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2. Die Projekte ZEGG und Tamera sind eigenständige Projekte mit unterschiedlichen Entwicklungen

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Die Kritik am ZEGG ist oft mit dem Versuch verbunden, die Theorie und Lebenspraxis im ZEGG mit den Veröffentlichungen von Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels bzw. mit ihrem Projekt »Tamera« in Portugal gleichzusetzen.

1.

Das ZEGG hat eine gegenüber Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels eigenständige und von ihrem 1995 gegründeten Projekt Tamera deutlich unterscheidbare Entwicklung genommen. Die beiden Projekte ZEGG und Tamera arbeiten unabhängig voneinander.
Informationen zu Dieter Duhm: www.dieter-duhm.de
Informationen zu Sabine Lichtenfels: www.sabine-lichtenfels.de

Die Verbindung besteht aufgrund langjähriger Freundschaften zwischen einigen MitarbeiterInnen der Gemeinschaften. Ein Teil der ZEGG-MitarbeiterInnen nutzt Tamera nach wie vor als Ort für ihre persönliche Inspiration.

2.

Sabine Lichtenfels und Dieter Duhm sind Mitbegründer und geistige Inspiratoren des Projekts MEIGA, aus dem das ZEGG hervorgegangen ist. Beide haben nie im ZEGG gelebt, aber in den ersten Jahren beim Aufbau der Gemeinschaft mitgewirkt.
Sie waren gelegentlich im ZEGG zu Gast, das letzte Mal im Jahr 2003. Bis 2005 veranstaltete Tamera einmal im Jahr eine »Herbsttagung« im ZEGG.

Viele der zur Trägergruppe des ZEGG 1991 gehörenden Gemeinschaftsmitglieder waren Mitglieder der »Bauhütte« (1983-1986), einer »Pionier-Gemeinschaft« unter der Leitung von Dieter Duhm.

1995 und später, insbesondere 1997/1998 übersiedelten zahlreiche ZEGG-BewohnerInnen in das neue Projekt in Portugal.
Von den heute rd.80 ZEGG-BewohnerInnen gehören noch 1/3 zur ursprünglichen Trägergruppe, die auch Mitglieder der »Bauhütte« waren.
Etwa 1/3 kamen in den Jahren 1991-2001 dazu, ein weiteres Drittel ist seit 2001 in die ZEGG-Gemeinschaft eingezogen.
So leben heute in Tamera mehr von den ursprünglichen ZEGG-BewohnerInnen als im ZEGG selbst.

3.

Der Begriff »ZEGG - Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung« wurde von Dieter Duhm in seinem 1978 veröffentlichten gleichnamigen »Konzept eines ökologischen Dorfes als Forschungs- und Bildungszentrum« erstmalig verwendet.
Dieses Konzept war mit Grundlage für den Aufbau der »Bauhütte« in den 80er Jahren, wurde dort verändert und weiter entwickelt.

1989 entstand ein neuer Grundlagentext. Dieser Text war inhaltliche Inspiration der TrägerInnengruppe, die 1991 das ZEGG gründete. Es war ein gemeinschaftliches Konzept, auch wenn nur einige es geschrieben hatten.
Seitdem stellen wir unsere inhaltlichen Grundlagen in ihren Veränderungen »dezentral« dar in unseren Tagungsprogrammen, im ZEGG-Magazin/ZEGG-Rundbrief, in Vorträgen, im Internet usw.
Die Konzepte von 1978 und 1989 gehören daher zu unserer Geschichte als Dokumente von Stufen unserer Entwicklung.

4.

Das Experiment ZEGG (seit 1991) hat sich von seinen Anfängen hin zu einem Netz verschiedener Initiativen, spirituell und politisch arbeitender Gruppen, Firmen, KünstlerInnen und QuerdenkerInnen entwickelt.
Das ZEGG ist heute eine heterogene Gruppe mit verschiedenen »Einstiegsgenerationen«, von denen einige Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels und auch Tamera persönlich kennen, andere nicht.

Diese Entwicklung umfasste u.a.

  • einen stärkeren materiellen Gemeinschaftsaufbau in Verbindung mit dem Aufbau tragfähiger ökonomischer Strukturen, im Sinne einer 'echten' Lebensgemeinschaft
  • die Einführung basisdemokratischer Entscheidungs-Strukturen, nachdem in den Anfangsjahren mit Leitungsstrukturen verschiedenster Art experimentiert wurde
  • Vertiefung persönlicher spiritueller Praxis im Kontext unterschiedlichster spiritueller Traditionen (Schamanismus, Buddhismus u. a.) neben den im Projekt MEIGA entwickelten Formen
  • die Pluralisierung des Gemeinschaftslebens, neue Formen der sozialen Organisation und der Kommunikation jenseits des Forums (das aber nach wie vor ein zentrales Mittel für die Möglichkeit von Verständigung, Transparenz und Vertrauen ist)
  • eine Weiterentwicklung fester Partnerschaften, überwiegend eingebettet in ein umfassendes »Liebesnetzwerk« kontinuierlicher, offener sexueller Beziehungen zu Dritten.
  • die Einbeziehung verschiedenster Forschungswege im Bereich der Sexualität (neben der im Projekt MEIGA entwickelten erotischen Kultur), wie Quodoushka (Schamanismus) oder Tantra

Noch etwas zur Klarstellung:

Das ZEGG geht seinen eigenen Weg. Die Beschreibung unserer Entwicklung bezieht sich auf 15 Jahre Projektzeit - aus ihr lassen sich aber keine »Umkehrschlüsse« auf den Stand der Dinge im von Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels heute geleiteten Projekt Tamera ziehen - dies verlangt eine völlig eigene Auseinandersetzung mit diesem Projekt.

Im Rahmen des europäischen Gemeinschaftsnetzwerks und unserer persönlichen Freundschaften werden wir uns weiterhin von Tamera, den dortigen Erfahrungen z. B. in der internationalen Friedensarbeit (Kolumbien, Israel/Palästina) oder in der Ökologie und in seinem aktuellen 3-Jahres-Experiment »Monte Cerro« (2006-2009) inspirieren lassen.

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