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3. Wie stehen wir heute zu den Veröffentlichungen von Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels?

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Die Kritik am ZEGG bezieht sich oft nicht auf das ZEGG selbst, sondern auf Aussagen in den Büchern von Sabine Lichtenfels und Dieter Duhm. Sie waren die Inspiratoren des Netzwerkes MEIGA, aus dem heraus das ZEGG 1991 entstand, haben aber nie im ZEGG gelebt, sondern leiten seit 1995 das Projekt Tamera in Portugal.

Beide haben 1997 bereits einmal zur Kritik Stellung genommen:
Dieter Duhm, Information und Richtigstellung zu den Projekten MEIGA und ZEGG, 1997 (www.dieter-duhm.de/html/0101.htm).
Sabine Lichtenfels, Meiga - Modell einer internationalen gewaltfreien Alternative - öffentliche Stellungnahme, 1997.

Mit »MEIGA« wurde ein Netzwerk von Einzelpersonen und Projekten bezeichnet, das seit Anfang der 80er Jahre von Dieter Duhm, Sabine Lichtenfels und anderen aufgebaut wurde.
Mitglieder waren TeilnehmerInnen der »Bauhütte« (1983-1986), einem Gemeinschaftsexperiment unter Leitung von Dieter Duhm sowie später Einzelpersonen aus dem ZEGG und Tamera.

1.

Textpassagen von Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels, sind keine ideologischen »Richtlinien« für unser Projekt. Sie sind vielmehr für manche, aber durchaus nicht alle ZEGG-Mitglieder eine ihrer geistigen Grundlagen. Wir nutzen sie durchaus kritisch zu unserer Inspiration.

Die Bandbreite der Meinungen im ZEGG geht
von

»Die Grundgedanken sind, unabhängig von Projekten und Zugehörigkeiten, nach wie vor politisch wichtig und wahr.«

bis

»Die Bücher sind nicht unsere Bibel, sondern z. T. autobiografische Erzählungen und Gedanken zweier unbequemer ›Neudenker‹. Man kann sich von ihnen inspirieren lassen oder sie weglegen.«

Wir sehen jedoch keinen Grund, uns generell vom Inhalt der Bücher zu distanzieren und erst recht nicht von den Menschen Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels, mit denen einige Bewohner freundschaftlich verbunden sind, und denen wir die Inspiration zu einem Projekt verdanken, das wir lieben.

2.

Wir meinen, dass einige Texte von Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels zu wenig berücksichtigen, dass ihr Inhalt stellenweise nur zusammen mit einem Wissen um die zugrunde liegende konkrete Lebenspraxis und das zugrunde liegende Menschenbild, sowie die Erfahrungen des langjährigen Gemeinschaftsaufbaus verstehbar ist.

Missverständnisse sind entstanden, weil die Texte diesen Kontext nicht deutlich genug gemacht haben, aber auch weil sie teilweise bewusst verallgemeinernd, künstlerisch und provokativ formuliert sind, ohne dies ausreichend transparent zu machen.

Dies hat die Vorurteile mancher KritikerInnen bestärkt, mit denen sie bereits an die Texte herangegangen sind.
Mit ihrem dann folgenden einseitigen Rückschluss von den Texten auf unsere Lebenspraxis verfehlen sie die Lebenswirklichkeit des heutigen ZEGG.

3.

Ein wesentlicher Teil der Kritik bezieht sich auf Texte zum Thema Liebe, Sexualität und Mann-Frau-Beziehungen.
Aus unserer Sicht setzt das diesen Texten zugrunde liegende Menschenbild den Respekt für das andere Geschlecht und auch für andere sexuelle Orientierungen voraus, sowie die Anerkennung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Gleichberechtigung von Männern und Frauen.
Erst auf dieser Basis erforschen sie beispielsweise die verschiedenen Qualitäten und die Polarität von »männlich« und »weiblich«

Aus der Stellungnahme einer früheren Besucherin des ZEGG:

»Wenn ich die Texte von Sabine Lichtenfels und Dieter Duhm auf der Folie der bürgerlichen Weltsicht lese, ist die Kritik, die ihr übt, absolut richtig!
Im Rahmen der bestehenden Verhältnisse die dort beschriebenen Lebensformen zu leben, wäre ein absurder zum Scheitern verurteilter Versuch und ein Rückschritt in der Emanzipation der Frau.«

Wir verstehen die Texte jedoch als visionäre Texte. Ihnen liegt ein Ausstieg aus dem patriarchalen kapitalistischen Denken zugrunde, und sie fordern den Aufbau konkreter anderer gesellschaftlicher Bedingungen.

Was für das Thema Liebe und Sex gilt, gilt ebenso für andere Bereiche wie z. B. den Vorwurf, den Konzepten von Dieter Duhm fehle jede Analyse und Berücksichtigung der kapitalistisch-patriarchalen Machtverhältnisse.
Diese Analyse wird vielmehr in allen Veröffentlichungen bereits vorausgesetzt, denn Dieter Duhm formulierte sie schon in der Zeit seines politischen Engagements in der marxistischen Linken und in seinen frühen Veröffentlichungen wie »Angst im Kapitalismus« (1972).
Siehe dazu: www.dieter-duhm.de

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