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10. Zur Kritik der »Manipulation« in unserer Arbeit mit Gästen

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Die Kritik:

  • »In der Arbeit mit Gästen, insbesondere in der Forumsarbeit, wird mit Manipulation und Psychotechniken gearbeitet, u. a. um die Ideologie der ›Freien Liebe‹ zu verbreiten.«
1.

Wir bieten im ZEGG Tagungen und Seminare an, um unsere Erfahrungen zu neuen Lebensformen und einer anderen Art des Zusammenlebens öffentlich zu machen.
Dabei vermitteln wir dieses Wissen nicht nur theoretisch, sondern bauen vor allem auch Vertrauens- und Erfahrungsräume auf, wo Menschen wieder mehr Lust darauf bekommen können, gemeinschaftlich zu denken und zu leben.

2.

Es ist dabei selbstverständlich, dass die Teilnahme an allen Angeboten und Gruppentreffen auf unseren Tagungen und Seminaren freiwillig ist. Dies gilt natürlich auch für die Forumsarbeit.

Das Forum ist ein zentrales Medium unseres Gemeinschaftsaufbaus, das im ZEGG und seinen Vorläuferprojekten entwickelt wurde.
In unserer Arbeit mit Gästen setzen wir es mehr oder weniger intensiv ein, von einem Ort für Mitteilungen wie bei einem »Infowochenende« bis hin zu intensiver Forumsarbeit in Gemeinschaftskursen, Jahresgruppen oder speziellen Forumskursen.
Wir legen dabei großen Wert auf eine Haltung des Nicht-Urteilens und der Selbstverantwortung in der Forumsarbeit.

mehr: Das Forum

3.

Wir erzeugen keinen »Gruppendruck hinsichtlich der freien Liebe«. Es liegt nicht in unserer Absicht, Menschen zu sagen, was in der Liebe richtig oder falsch wäre und wie man »freie Liebe macht«. Es geht ja gerade darum, ein Klima zu erzeugen, in dem die Einzelnen ihre ihnen ganz eigene Art und Weise des Seins, Liebens, Kontaktaufnehmens finden können.
Wir ermutigen und unterstützen unsere Gäste, Selbstverantwortung zu übernehmen und ihre eigenen Grenzen zu wahren. Wahrnehmung und wahrheitsgemäße Kommunikation sind Voraussetzung für eine Öffnung in der Liebe. Das bedeutet, gerade im erotischen Bereich die Bedürfnisse anderer Menschen zu achten und deren Grenzen ebenso wie die eigenen zu respektieren.
Dieser Respekt vor den Grenzen anderer gilt in besonderem Maß für die Gestaltung unserer Gruppenarbeit.
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4.

Die Anfangszeit des ZEGG war geprägt von einem hohen Aufbruchsgeist und einer Experimentierfreude im Gemeinschaftsaufbau wie auch in der Sexualität.

Es gab aber in dieser Zeit auch einen manchmal ideologischen Umgangston mit dem Thema Liebe und Sexualität.
Zu dem Bild von einem »ideologischen ZEGG« haben sicher diese Entwicklungen beigetragen, auf die sich die Kritik aus den Anfangsjahren des ZEGG bezieht.
Wir haben uns aufgrund dieser Erfahrungen weiterentwickelt, im Umgang unter uns ebenso wie in der Arbeit mit Gästen.

5.

Natürlich fließt die Kompetenz der bei uns lebenden DiplompsychologInnen, PädagogInnen usw. in unsere Gruppenarbeit ein. (Das gilt sowohl für die internen Gruppenprozesse der Gemeinschaft als auch für die Arbeit mit Gästen, ebenso für unsere interne Aus-und Weiterbildung und die entsprechende Supervision und Reflexion von Gruppenerfahrungen, wie wir sie insbesondere im Zusammenhang unserer Tagungen durchführen.)
Wir bieten aber ausdrücklich keine Therapie an.
Unser Fokus ist der Aufbau strukturell heilsamer und gewaltfreier gesellschaftlicher Verhältnisse.

Die in unserem Tagungsprogramm formulierte Arbeit am Thema Liebe und Sexualität deutet die Themen an, zu denen wir Erfahrungs-und Reflexionsräume anbieten:

Gemeinschaft ist für uns eine Lebensform, in der die Heilung der Liebe in einem kontinuierlichen Umfeld stattfinden kann. Es braucht dafür folgende Forschungsbedingungen:
  • die volle Entscheidung, die Verantwortung für die Liebe selbst zu übernehmen
  • das Erkennen der geschichtlichen Prägungen
  • eigene Bewusstseinsarbeit
  • einen bewussten Zugang zum eigenen sexuellen Wesen
  • Entwicklung von Selbstwert jenseits des Liebespartners
  • Einbettung von Liebespaaren und Familien in ein größeres soziales Netzwerk
  • solidarische Verständigung zwischen Frauen und Männern
  • wie auch der Frauen und Männer untereinander
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