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11. Zur Kritik »Ideologische Kindererziehung«

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Für alle, die sich aktiv politisch für eine »andere Welt« einsetzen, ist ein freies Aufwachsen von Kindern ein zentrales Thema.
Die Kinder verlässlich begleiten, sie auf die Herausforderungen der globalisierten Gesellschaft vorbereiten, zugleich ihnen helfen, ihre eigene Lebensvision zu finden und sie vor einer Sozialisation in eine entfremdete Konkurrenzgesellschaft schützen - all das ist eine große Herausforderung.

Die am ZEGG geäußerte Kritik:

  • »Die Lebenspraxis des ZEGG lehnt die Verantwortung für Elternschaft ab und setzt Kinder der Gefahr des Missbrauchs, der emotionalen Orientierungslosigkeit und Bindungsunfähigkeit aus.«

Mit den folgenden Grundgedanken zum Aufwachsen von Kindern möchten wir darstellen, warum die hier zitierten Vermutungen über unseren Umgang mit Kindern nicht zutreffen.
Wir bitten unsere Kritiker gerade in diesem Bereich um mehr Sorgfalt, statt aufgrund bloßer Interpretation von Texten Vermutungen zu äußern.

1.

Kinder brauchen »Mama und Papa«. Unsere Kinder wachsen bei ihren Eltern auf, wohnen bei ihnen und können jederzeit mit ihnen zusammen sein, um aus der Geborgenheit bei ihren Eltern heraus die Welt zu erobern. Unser Ziel ist es, Eltern und Kinder dabei in den größeren Kontext einer Gemeinschaft einzubetten,
in der die nötige Unterstützung für eine liebevolle Begleitung der Kinder vorhanden ist.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder sich in der Gemeinschaft andere Männer und Frauen »adoptieren« - als zusätzliche »Mütter«, »Väter«, als zusätzliche Freundinnen und Freunde. Sie bauen sich, wenn man sie sich ihren sozialen Bezugsrahmen frei aufbauen lässt, ein Netzwerk, das einer kleinen Gemeinschaft entspricht. Sie haben bei ihren Eltern ihren festen Halt, die »Nestwärme«, die sie brauchen, und die ganze Gemeinschaft als verbindlichen und stabilen Lebensraum.

2.

Bewusst gewählte Elternschaft und die Annahme der Verantwortung für die eigene Partnerschaft und die eigenen Kinder sind für uns ein hoher Wert und gehören zu unserem Verständnis von »Freiheit und Liebe« dazu.
Nähe, Verlässlichkeit, gegenseitiger Respekt und Partnerschaftlichkeit sind für uns wesentlich für eine auf Dauer erfüllte und erfüllende Sexualität.

3.

Unsere Leitlinie ist dabei eine Pädagogik der Wahrnehmung, in deren Zentrum ein möglichst umfassendes Sehen und Verstehen der Entwicklungsstufen und Bedürfnisse der einzelnen Kinder steht.
In unseren Kindern kommt uns das Wunder des Lebens direkt entgegen. Wir versuchen in der Begleitung unserer Kinder, dieses Wunder zu schützen und zu pflegen.
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4.

Unsere eigenen Eltern laden wir einmal im Jahr zu einem »Elterntreffen« ins ZEGG ein. Das ist (neben den privaten familiären Kontakten) eine Gelegenheit, unsere Eltern an unserem Gemeinschaftsleben teilhaben zu lassen.

5.

Im ZEGG leben derzeit 15 Kinder und Jugendliche.
Für sie gibt es das »Kinderhaus«, das von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt wird. Die Kosten des Kinderhauses, seiner MitarbeiterInnen und des Wohnraums der Kinder werden von der gesamten Gemeinschaft getragen.
Sie gehen auf Freie-, Waldorf- und Regelschulen in der Umgebung.
Die Jugendlichen entscheiden selbst, wo und wie sie wohnen. Zurzeit leben sie alle im »Kinderhaus« mit bzw. ohne ihre Eltern, die jüngeren Kinder wohnen mit ihren Eltern in verschiedenen Wohngruppen zusammen. Für die kleineren gibt es mehrmals in der Woche einen Kindergarten.

Mit der Hilfe und Unterstützung ihrer Eltern und Freunde organisieren die Jugendlichen ihr Leben selbstständig und folgen ihren Interessen eher außerhalb des intensiven Gemeinschaftsgeschehens. Jugendliche, Eltern und Freunde treffen sich immer wieder, um den Austausch über alltägliche und persönliche Themen zu pflegen und transparent zu machen. Dafür wird unter anderem auch das Forum genutzt.

Im Rahmen von Camps und Tagungen finden auch oft selbstorganisierte Jugendtreffen statt, aus denen heraus sich ein kontinuierlich wachsender Freundeskreis entwickelt.
Viele der Jugendlichen, die in den letzten Jahren im ZEGG gelebt haben, sind inzwischen »aus dem Haus gegangen«, sie leben in anderen Gemeinschaften oder haben das ZEGG zum Studium oder zur Ausbildung verlassen.

mehr: Das ZEGG aus Perspektive einer 18jährigen ehemaligen Bewohnerin

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